Nimm morgens den Schnellzug nach Hechuan und fahre mit dem Bergshuttle hinauf, um Kräfte auf den steilen Wegen zu sparen. Für die Fahrt und den Rundgang auf dem Berg planst du am besten einen vollen Tag ab Chongqing ein.

Karte · Sehenswürdigkeiten

Warum sich dieser Ausflug lohnt

Die Festung Diaoyu (钓鱼城) liegt auf einem bewaldeten Berg in Hechuan, nördlich von Chongqings Zentrum. Ihre Mauern und Tore ziehen sich an steilen Hängen entlang. Oben siehst du sofort, warum dieser Ort für Angreifer so schwer einzunehmen war.

Die Song-Verteidiger bauten die Festung ab 1243 stark aus. Sie hielt mongolischen Angriffen bis zur Übergabe im Jahr 1279 stand. Neben Truppen lebten hier auch Beamte und Zivilisten. Die Tempelhöfe, Felsreliefs und Verwaltungsbauten zeigen, wie das Leben innerhalb der Mauern funktionierte.

Im Jahr 1259 starb Großkhan Möngke während der Belagerung auf diesem Hügel. Historiker diskutieren bis heute, ob Krankheit oder eine Kampfverletzung zu seinem Tod führte. Sein Tod stoppte damalige mongolische Feldzüge und führte zu Machtkämpfen um die Nachfolge. Suchst du dagegen vor allem große buddhistische Höhlen und Reliefs, passen die Felsenreliefs von Dazu besser.

Mit dem Zug nach Hechuan

Fahre mit dem Schnellzug von Chongqing Nord (重庆北站) oder Chongqing West (重庆西站) zum Bahnhof Hechuan (合川站). Die Züge brauchen rund 25–40 Minuten. Rechne die Anfahrt von deiner Unterkunft zum Bahnhof dazu.

Über China Railway 12306 kannst du deine Tickets für Hin- und Rückfahrt buchen. Mit einer Ankunft in Hechuan zwischen 09:00 und 10:00 Uhr hast du genug Zeit für den Berg. Für die Rückfahrt nach Chongqing wählst du am besten einen Zug nach 17:00 Uhr.

Vom Bahnhof zum Besucherzentrum

Am schnellsten kommst du mit dem Taxi zum Besucherzentrum Banbian Street (钓鱼城半边街游客中心). Die Fahrt dauert etwa 15–30 Minuten. Wenn du ein Auto per App rufen möchtest, hilft dir unser Leitfaden für Fahrdienst-Apps.

Die Buslinie G001 fährt ebenfalls vom Bahnhof direkt zum Besucherzentrum. Eine Einzelfahrt kostet 2 CNY (≈ EUR 0,27 ≈ USD 0,30). Der Bus fährt zwischen 08:00 und 18:00 Uhr etwa alle 30–50 Minuten. Wenn du zwischen zwei Busabfahrten ankommst, spart ein Taxi wertvolle Zeit.

Für die Rückfahrt steigst du am Besucherzentrum wieder in den G001 Richtung Bahnhof Hechuan (合川火车站). Plane so, dass du gegen 15:30 bis 16:00 Uhr am Besucherzentrum ankommst. So bleibt genug Puffer für die Busfahrt und die Ausweiskontrolle am Bahnhof.

Zwei unterschiedliche Zugänge

Banbian Street ist das nördliche Besucherzentrum und das normale Ziel des Busses G001. Der südliche Zugang beginnt unten am Fluss beim Anleger Shuishi (水师码头) und führt über steile Treppen zum Shiguan-Tor (始关门).

Für die bequeme Route fährst du nach Banbian Street. Kaufe dort deine Eintrittskarte und erkundige dich nach dem Bergshuttle. Nimm den Kleinbus bergauf und starte deinen Rundgang oben beim alten Exerzierplatz. Reguläre Busse der Linie G001 enden in Banbian Street.

Mit Fahrer oder Guide

Wenn du die Anreise organisieren lassen möchtest, kannst du privaten Tagesausflug zur Festung Diaoyu und zur Wenfeng-Altstadt wählen.

Der Rundgang über den Berg

Nimm dir 3–4 Stunden Zeit auf dem Berg, um Tore, Tempelhöfe, Felsfiguren und Aussichtspunkte in Ruhe anzusehen. Die kürzere Standardroute dauert im zügigen Gehtempo rund zwei Stunden.

Die beste Route verläuft so: Exerzierplatz → Steinbruch → Kreisverwaltung → Feiyan-Höhle → Huguo-Tor → Huguo-Tempel und Zhongyi-Schrein → Diaoyu-Terrasse → liegender Buddha → Jiukouguo. Auf der Übersichtskarte kannst du dir das Gelände vorab anschauen.

Exerzierplatz und Kreisverwaltung

Oben beginnst du am alten Exerzierplatz (古校场) und den Ausstellungsräumen zum Lagerleben. Über den früheren Steinbruch erreichst du die Kreisverwaltung Shizhao (石照县衙). Hier organisierten Beamte während der Belagerung Getreidelager, Handwerk, Landwirtschaft und Rechtsprechung.

Die restaurierten Gebäude zeigen gut, dass die Festung wie eine autarke kleine Bergstadt funktionierte, in der tausende Menschen über Jahre versorgt wurden.

Huguo-Tor und Stadtmauern

Das Huguo-Tor (护国门) ist das mächtigste der acht Tore. Am schmalen Pfad entlang der Felswand wird die Verteidigungstaktik greifbar. Im Stein siehst du Vertiefungen für die Balken eines abnehmbaren Holzstegs: Wurde er abgebaut, war der Durchgang von außen unpassierbar.

Entlang der Wehrmauern blickst du auf die steilen Hänge hinab. Die Mauern wurden in späteren Jahrhunderten mehrfach instand gesetzt.

Huguo-Tempel

Holzhalle des Huguo-Tempels mit roten Laternen an einem steingepflasterten Hof
Foto von Siyuwj

Der Huguo-Tempel (护国寺) liegt schattig zwischen Bäumen. Seine erhaltenen Hallen stammen aus der Qing-Dynastie. Im Innenhof steht ein alter Osmanthusbaum.

Direkt daneben erinnert der Zhongyi-Schrein (忠义祠) an die Verteidiger der Festung, darunter Wang Jian und Zhang Jue. Die heutige Anlage wurde ebenfalls in der Qing-Zeit neu errichtet.

Diaoyu-Terrasse

An der Diaoyu-Terrasse (钓鱼台) öffnet sich ein weiter Blick auf die Flusstäler unterhalb des Berges. Von hier aus folgst du den Wegweisern zu den Felsreliefs.

Der liegende Buddha

Die ganze liegende Buddhafigur, aus einer Felswand in der Festung Diaoyu gehauen
Foto von Siyuwj

Der liegende Buddha (悬空卧佛) wurde direkt aus dem Fels gehauen. Die Figur ist 11 Meter lang. Neuere archäologische Forschung datiert sie in die Ming-Zeit, nach den Song-Verteidigungsbauten. Der Bildhauer hat den natürlichen Felsvorsprung für den gesamten Körper genutzt.

An der Felswand beim Qianfo-Felsen (千佛岩) und Sansheng-Felsen (三圣岩) findest du weitere, kleinere Nischen und Figuren.

Die Überreste von Jiukouguo

Bei Jiukouguo (九口锅) siehst du mehr als dreißig runde Vertiefungen und Fundamente im Felsboden. In der Geschichtsforschung wird diskutiert, ob hier eine Werkstatt für Schießpulver oder ein vorgeschobener Kommandoposten stand. Die Ausgrabungen sind ein spannender Zwischenstopp für alle, die historische Spuren im Stein mögen.

So passt der Besuch in einen Tag

Ein praktischer Tagesablauf ab Chongqing:

  • Morgens: Fahrt zum Bahnhof Chongqing Nord oder West; Schnellzug mit Ankunft in Hechuan zwischen 09:00 und 10:00 Uhr nehmen.
  • Danach: Per Taxi oder Bus G001 nach Banbian Street fahren, Ticket kaufen und den Bergshuttle nutzen.
  • Vormittag bis Nachmittag: 3–4 Stunden für den Rundgang über das Plateau einplanen.
  • Nach dem Rundgang: Zum Besucherzentrum hinunterfahren und in der Nähe essen. Zwischen 15:30 und 16:00 Uhr zum Bahnhof Hechuan aufbrechen.
  • Am späten Nachmittag: Nach 17:00 Uhr mit dem Zug zurück nach Chongqing fahren.

Wenn du den gesamten Berg zu Fuß bezwingen möchtest, wählst du den südlichen Zugang am Anleger Shuishi. Der klassische Fußweg führt am Feilai-Tempel vorbei bergauf zum Kontrollpunkt am Shiguan-Tor. Für die gesamte klassische Wanderroute mit den Sehenswürdigkeiten brauchst du rund drei Stunden.

Eine weitere ausgeschilderte Route führt rund 5 Kilometer in einer Richtung ab dem Qisheng-Tor (奇胜门). Sie führt zuerst zu Jiukouguo und dem Buddha und danach über Schrein, Huguo-Tor und Kreisverwaltung zum Exerzierplatz. Organisiere für den Start am Qisheng-Tor ein Taxi oder einen Fahrer; der reguläre G001 fährt nach Banbian Street.

Suchst du für einen weiteren Ausflugstag gewaltige Karstschluchten und Naturbrücken, findest du alle Details im Tagesausflug nach Wulong.

Praktische Tipps für den Besuch

Der reguläre Eintritt für Erwachsene beträgt seit dem 25. September 2026 wieder 60 CNY (≈ EUR 8,0 ≈ USD 9,0); das befristete Angebot für 30 CNY (≈ EUR 4,0 ≈ USD 4,5) ist beendet. Die Kassen und Tore öffnen von 08:30 bis 17:00 Uhr. Die Karte gilt für einen einmaligen Einlass; nimm Wasser und Snacks für den Rundgang mit.

Der Bergshuttle verkehrt von 08:30 bis 18:00 Uhr etwa alle 20 Minuten. Er spart den steilsten Anstieg ab dem Tal. Oben auf dem Rundweg läufst du weiterhin über Treppenstufen und Natursteinwege. Bei nassem Wetter sind flache Abschnitte angenehmer zu gehen.

Kopiere dir 钓鱼城半边街游客中心 für die Anfahrt und 合川站 für das Taxi zurück zum Bahnhof. Halte für die Zugfahrt deinen deutschen Reisepass bereit. Weitere historische Ziele im Stadtgebiet findest du in unserem Leitfaden zu Museen und Geschichte.

Quellen & Updates